Arbeitskreis Festung Ziegenhain · Rückblick
Unsere Exkursion nach Nidda am 19. Juni 2026
Auf den Spuren des Reformators Johannes Pistorius
Vor dem Hintergrund der Einführung der Reformation in Hessen entschloss sich der Arbeitskreis zu einer halbtägigen Exkursion nach Nidda. In die Tat umgesetzt wurde das Vorhaben am Freitag, dem 19. Juni 2026. Mit dabei waren Heike Emmeluth-Diehl, Gabriele Franke, Heike Schnücker, Aribert Ley und unser Vorsitzender, Dekan Christian Wachter. Die Fahrt an diesem bereits hochsommerlich warmen Tag erfolgte in dessen Pkw – mit ihm persönlich am Steuer.
Ein Rundgang durch den historischen Stadtkern
Das Programm des Niddaer Heimatmuseum e. V. startete mit einem Rundgang durch den historischen Stadtkern. Hier informierten uns Martin Röhling und Sebastian Pfnorr in historischer Gewandung zunächst über die Gründung und die Strukturen des mittelalterlichen Städtchens.
Geschichte und Gastlichkeit im Heimatmuseum
In der „Gaststube“ im historischen Gebäude des Heimatmuseums am Markt stand anschließend Johannes Pistorius der Ältere im Mittelpunkt der Ausführungen. Gereicht wurde ein kleiner Nachmittagsimbiss mit frühneuzeitlichen Speisen, darunter „Musbrot“ und Honigkuchen. Besonders wohltuend bei den hohen Außentemperaturen war das gut gekühlte, mit Minze verfeinerte Wasser.
Die beiden in frühneuzeitlicher Gewandung gekleideten Damen, die uns bedienten, der liebevoll gedeckte Tisch und die Einrichtung der Gaststube verliehen dem Ganzen ein ausgesprochen ansprechendes Ambiente.
Johannes Pistorius (1504–1583) wird in Nidda als Reformer für Toleranz und Vielfalt verehrt. Das dortige Pfarrhaus trägt seinen Namen. Interessant waren nicht nur die Ausführungen über ihn und sein theologisches Wirken, sondern auch über seine Familie. So starben fünf seiner sechs Kinder 1555 an der Pest, die Nidda damals heimsuchte. Fünf Jahre später, 1560, kam seine Ehefrau Margarethe zu Tode: Sie wurde bei einem Unglück in der Niddaer „Lehmenkaute“ beim Lehmschlagen lebendig begraben.
Ein eindrucksvoller Abschluss in der Stadtkirche
Den Abschluss des Nachmittags bildete der Besuch der Stadtkirche zum Heiligen Geist. Hier beeindruckte ein als Pistorius gewandetes Mitglied des Museumsvereins mit einem Selbstgespräch über dessen von schweren Schicksalsschlägen geprägtes Leben. Beim Zuhören wurde uns deutlich, dass dieser Mann zeitlebens danach strebte, „nach Kräften den Frieden zu fördern“, und nur das betonte, „was zum Aufbau der Kirche dient“.
„Nach Kräften den Frieden zu fördern“ – dieser Gedanke blieb uns von der Begegnung mit Johannes Pistorius besonders in Erinnerung.
Bei anregender Unterhaltung über die gewonnenen Eindrücke in Nidda fuhren wir zurück nach Schwalmstadt, wo wir gegen 20 Uhr eintrafen.
Wir bedanken uns beim Niddaer Heimatmuseum e. V. für den gelungenen und informativen Aufenthalt.

